Swingbruder  ISBN 9783839149614  256 S.  Der Anfang der politischen Isolation der Schweiz.    € 20.00 Man macht sich gar keine Vorstellung von der Bedeutungslosigkeit der Schweiz.

Für die Schweiz war der Mai 1945 ein peinlicher Monat, ein Schlüsselmonat. Die engsten Freunde der Schweiz, die Deutschen, die das regierende Bürgertum bis zum Schluss derart bewundert hatte, hatten den 2. Weltkrieg einfach verloren, und die siegreichen Aliierten betrachteten die Schweiz als faschistischen Mitläufer und mieden sie, übrigens völlig zu recht, wie man später bröckchenweise herausbekam. Das war der Anfang der aussenpolitischen Isolation der Schweiz. Sie besteht heute noch. In dieser labilen politische Konstellation wurde die ganze Armee nach Hause entlassen; die Männer kehrten unversehrt, doch wütend zu ihren Familien zurück, wo man so tat, als wäre gar nichts geschehen. Und in der Tat: Es war nach wie vor alles wie vorher - selbst der Naziton, das Nazigehabe und die Nazidenke. Sechs Jahre Kerker! Für nichts und wider nichts! Sechs Jahre zermürbendes Eingeschlossensein! Die jungen Männer waren frustriert. Sie hatten sich einfach etwas anderes vorgestellt als diese langweilige, unveränderte Biederkeit, die ihnen zu Hause wieder entgegenschlug. Das Buch kann überall bestellt werden.

 

"Ans Trompetenspielen ist nicht mehr zu denken, denn meine gesamte untere Gesichtshälfte ist völlig verkrampft. Es ist, als hätte mir jemand die Faust in die Fresse geschlagen. Ich liege auf meinem Bett und starre an die Decke, doch außer Spinnweben ist dort nichts zu sehen. Ich richte mich auf und stochere lustlos in meiner Büchse BIRMUS, das einzige, was ich ohne Rationierungsmarken habe auftreiben können. Es klopft."