Ein Journalist schlug mir vor langer Zeit vorwurfsvoll vor, ich müsse doch endlich mal einen Liebesroman schreiben, und nicht immer nur diesen politischen Scheissdreck über die Schweiz. Da musste ich ihn enttäuschen. Ich habe bereits einen Liebesroman geschrieben, erklärte ich ihm, nämlich diesen hier, einen Roman über die Liebe zwischen Mimi und Miguel, ein herziges Paar, das übrigens bestens zusammen passt, sich aber aus verschiedenen, eigentlich recht banalen Gründen, die wir alle kennen, nicht findet. Tja, da haben wir den literarischen Salat, eine kleine Geschichte über ein Europa von unten, der zweite Band meiner Europäischen Trilogie. Das Buch kann überall bestellt werden.

"Diese männerlosen Mütter halten sich und ihre Kinder tapfer und verbissen ein Leben lang mit schlecht bezahlten Billigjobs knapp über Wasser, von allen gemieden, verfemt und sogar verlacht, Emanzipation hin oder her, Universitäten hin oder her, moderne Zeiten, neues Europa, neue Gesetze hin oder her. Niemand kümmert sich um sie, niemand hilft ihnen, am allerwenigsten diejenigen, die ständig blumig davon sprechen, wie wichtig die Familie in der Gesellschaft sei, die Rolle der Mütter, die Aufgabe des Staates, das soziale Gewissen oder die wirtschaftliche Notwendigkeit und so weiter, wie wichtig das Wohl der Kinder sei, und was auch immer. Das ist die Wahrheit: Nichts davon ist wahr."