Beim Schreiben dieses Buches habe ich mir wirklich keine Hemmungen auferlegt; darum ist es so lustig geworden. Es ist ein Buch über die Liebe und den Tod. Wenn das kein Universalthema ist, dann weiss ich nichts mehr. Das einzige, was Fredy am Ende seines abwechslungsreichen Lebens geblieben ist: eine alte Hutschachtel voller peinlicher Erinnerungen an verflossene Liebschaften. Nun lassen wir ihn doch! Und haben Sie auch etwas Spass an der Lektüre! Das ist der dritte Band der Europäischen Trilogie; ein Roman über Europa von unten. Er kann überall bestellt werden.

 

"Stunde um Stunde vergeht. Keine der beiden Frauen wagt es, den Sterbenden zu verlassen. Ab und zu geht die eine oder die andere in die Cafeteria hinunter, die sich in der großen Eingangshalle des Spitals befindet, um eine Tasse Kaffee zu trinken, und einmal ruft Lisa aus einer Telefonkabine des Krankenhauses Harry an, um ihm zu berichten, wie es um Fredy steht. „Er geht jetzt, Harry.“ „Na, dann halt“, seufzt Harry. Ansonsten sitzen beide Frauen ruhig neben dem Bett und warten geduldig. Immer wieder träufeln sie Fredy mit einem Wattebausch ein paar Tropfen Orangensaft auf die eingefallenen Lippen, und es scheint ihnen, als ob Fredy immer noch darauf reagiere; er bewegt bei der Berührung mit der Flüssigkeit seine Lippen jeweils anders, als wenn er mit sich selber spricht, auch wenn sich diese ständigen Lippenbewegungen nur im Millimeterbereich abspielen. Es bleibt trotzdem unklar, ob ihre bescheidene Maßnahme eine Wirkung hat, denn Schluckbewegungen sind nicht mehr festzustellen."