Mein Leben lang bin ich mit Leidenschaft Motorrad gefahren, am liebsten in den Bergen, und da mein erstes Motorrad eine Kreidler Florett war, liess ich einen Pensionierten eine ausführliche Alpentour auf einer Florett machen. Entstanden ist eine genaue Beschreibung der verschlungenen Tour in den Alpen, einige Überlegungen zur Alpenfestung Schweiz und eine Reflexion über das Motorradfahren an sich. Es gibt in der Tat nur wenige Bücher über das Motorradfahren, da Motorradfahrer in der Regel keine Bücher lesen, und literarisch ambitionierte Werke über das Motorradfahren wie das vorliegende gibt es meines Wissens überhaupt keine. (Meienberg hat es mal vergeblich versucht.) Hier also ist das erste dieser Sorte; es ist hundertprozentig schweizerisch, und Sie können sogar mitfahren. Das Buch kann überall bestellt werden.

 

"Erinnerungen an ehemalige Heimaten sind in Tat und Wahrheit immer bitter, und zwar im Grunde genommen ausschließlich bitter, auch in den mündlichen Überlieferungen. Sie sind niemals schön, auch wenn man es sich nicht eingesteht, noch jemals eingestehen möchte, also auch dann, wenn man tüchtig flunkert, verdreht und beschönigt, vermutet der Florettfechter. Für Verklärungen, Verniedlichungen, Verharmlosungen und Verherrlichungen aller Art ist jedenfalls weder Platz geboten, noch gibt es einen Grund dazu und meist auch keinen Anlass. Es ist auch kein Bedarf dafür vorhanden, noch ergäbe dies einen nachvollziehbaren Sinn, denn man ist ja ausgerechnet von diesem Ort mit leeren Taschen und leerem Magen geflüchtet, von dem momentan ständig die Rede ist, und von keinem andern. Deshalb muss man ehemalige Heimaten meiden und so schnell wie möglich vergessen, und spätere Generationen können frühestens hundert Jahre danach einen solchen Herkunftsort in einem Land aufsuchen, das seine angestammten Bewohner wie Sperrmüll ausgespuckt hat, allenfalls aus reiner Neugier und bestenfalls im sicheren Wissen, sofort wieder weggehen zu können."